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Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

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Die TheaGe-Theaterkritiken der Spielzeit 2017/18

Premieren im Oktober

"Mittelreich" in den Kammerspielen

Schauspiel nach dem Roman von Josef Bierbichler
Inszenierung: Anta Helena Recke
Dauer: 2 Stunden 25 Minuten, eine Pause

Frenetisch bejubelt wurde Anta Helena Reckes Neubesetzung des Epos um Erbe und Bigotterie, Nazis und Fremdheit mit farbigen Schauspielern, Sängern und Musikern. Leider soll diese Fassung nur wenige Male aufgeführt werden. Anschauen! Die frische Neuversion von Sepp Bierbichlers wuchtiger, autobiographisch geprägter bayerischer Dorf- und Wirtsleutesaga, die den Bogen vom 1. Weltkrieg bis zum Wirtschaftswunder spannt, will zu Recht auf die einseitige Besetzung deutscher Theaterensembles mit weißen Schauspielern hinweisen. Ein wirklich multikulturelles Anti-Heimat-Stück vor abblätternder käsegelber Wand mit viel Brahms-Musik, in dem Sinnsuche, Aufbegehren und Sehnsucht drei Generationen antreiben und immer wieder scheitern. Wow! avs

Premieren im September

"Das Schlangenei" im Cuvilliéstheater

Schauspiel von Henrik Ibsen
Inszenierung: Anne Lenk
Dauer: 2 Stunden, keine Pause

„Vielleicht ist die auch gut, diese neue Bewegung, über die alle reden.“ Kein Satz von voriger Woche, sondern vom November 1923, als eine Packung Zigaretten Millionen kostet, Hitlers Putsch scheitert und die jüdischen Zirkusartisten Abel und Max Rosenberg mit dessen Frau Manuela in Berlin stranden. Anne Lenk hat aus Bergmans Film „Das Schlangenei“, den der berühmte Regisseur 1977 während seiner Münchner Jahre drehte, ein hellsichtiges Drama über den aufkommenden Faschismus und eine Gesellschaft in Angst und Auflösung inszeniert, nie plump, immer klug, dazu spannend wie ein Krimi und glänzend gespielt. Allen voran Franz Pätzold als Abel und als Erzähler, dauerrauchend und dauerpräsent, mit flackerndem Blick und herausragender Sprechkunst. Bruder Max hat sich erschossen, Manuela (Nora Buzalka mit Pagenschnitt wie Liza Minelli) hält sich in einem billigen Varieté über Wasser. Schließlich landen beide in der Klinik des zwielichtigen Jugendfreunds Vergérus, wo Schreckliches geschieht. Lenk erfindet surreale Bilder und schöne Zirkusmomente, und unter fragiler Oberfläche zeichnet sich schon die Katastrophe ab. Schlimme Zeiten und sehr gutes Theater. sis

"On the Road" in den Kammerspielen

Schauspiel nach dem Roman von Jack Kerouac
Inszenierung: David Marton
Dauer: 2 Stunden, keine Pause

Freiheitsdurst und Sehnsucht nach dem Unbekannten trieb sie an, die wilde Nachkriegsgeneration der 50-er Jahre. Kerouacs Kult-Reiseroman wurde zur Fanfare im Kampf gegen politischen Mief und Konformismus, gegen Weltkrieg und Atomwaffen. Die Jugendbewegung der Beat Generation (Burroughs, Ginsberg, Cassidy) war geboren und machte sich mit Sex, Drogen und Jazz quer durch Amerika auf die Suche nach dem wahren Leben, nach Rausch, Freiheit und Erleuchtung. Mit virtuosen Bebop- und Jazzeinlagen verwandelt Regisseur David Marton ("La Sonnambula") Kerouacs musikalisch schwingende Prosa in ein locker gefügtes improvisatorisches Musikdrama zwischen hohen Backsteinwänden. Mündet die zukunftssichere Utopie in Katerstimmung, in ein neues Establishment mit religiösen Akzenten? "Auf den Weg" nach der verlorenen Zeit des Aufbruchs machen sich zum Saisonauftakt der Kammerspiele Thomas Schmauser („Kaufmann von Venedig“, „Der Spieler“), Hassan Akkouch, Jelena Kuljić und Julia Riedler. Wir fahren mit. avs

"Romeo und Julia" im Volkstheater

Schauspiel von William Shakespeare
Inszenierung: Kieran Joel
Dauer: 2 Stunden

Was ist heute bloß los mit der Romantik, mit dem Gedanken an die eine große Liebe, von der Shakespeare in „Romeo und Julia“ erzählt? Auf der Bühne des Volkstheaters, von der Treppen nach außen führen, eine auch in den Zuschauerraum hinein, quält sich Romeo noch damit, dass er sich in Rosalinde verguckt hat, während sein Kumpel Mercutio (die famos witzige Luise Kinner), ihm schon mal Horrorszenarien entwirft, wie eine Beziehung unweigerlich ausgeht: Scheidung, Sorgerechtsstreit, Tod. Und Graf Paris, den Max Wagner schön schnöselig spielt, hat Julia auf einem Dating-Portal gefunden. Aber wo ist die Liebe? Der junge Regisseur Kieran Joel nimmt sich frisch und ideenreich des Klassikers an, wechselt mit seinem Ensemble zwischen verspielter Ironie und recht traditioneller Darstellung im Geiste Shakespeares. Silas Breiding wirft sich als Romeo mit voller Wucht in die Leidenschaft (und in den Witz), während Carolin Hartmann eine wunderbar bodenständige Julia gibt. Auch wenn der Abend etwas abrupt in der Tragödie endet: Ein großer, liebevoller, lustvoll gespielter Spaß. mst

"Kinder der Sonne" im Residenztheater

Schauspiel von Maxim Gorki
Inszenierung: David Bösch
Dauer: 2 Stunden

Draußen grassiert die Cholera, drinnen kreisen die Gebildeten um ihre eigenen Befindlichkeiten. Der Chemiker Protassow, den Norman Hacker mit freundlicher Zerstreutheit an seinen Experimenten und am Leben scheitern lässt, will die Menschen, diese „Eiweiß-Klümpchen“, zu „Kindern der Sonne“ wachsen lassen, während sich seine Frau Jelena (Hanna Scheibe) von ihm vernachlässigt und zum expressiven Kunstmaler Wagin (Aurel Manthei) hingezogen fühlt. Regisseur David Bösch ließ eine vor sich hinbröckelnde Halle bauen mit wissenschaftlichen Darstellungen an den Wänden und einem Flügel, der nie gespielt wird. Ein unwirtlicher Ort für ein moderates Unglück, an dem alle, die hier ständig kommen und gehen und mit den Türen klappern, ein wenig leiden und gern darüber reden. Einzig Protassows nervenkranke Schwester Lisa, die von der jungen Mathilde Bundschuh mit der Klarsicht einer Kassandra ausgestattet ist, warnt vor einem gewaltbereiten Mob, weil niemand die Nöte der Menschen draußen wahrnimmt. Viel Applaus für eine Inszenierung, die fast wie eine Boulevardkomödie daherkommt und doch das Sozialdrama nicht aus den Augen verliert. sis

 

Die TheaGe-Kritiken zu den Premieren der vergangenen Spielzeit 2016/17

 

 

 

 

 Mittelreich / Foto: Judith Buss

 

 

 

 

 Das Schlangenei / Foto: Aurin

 

 

 

 

 On the Road / Foto: David Baltzer

 

 

 

 

 Romeo und Julia / Foto: Volkstheater

 

 

 

 

 Kinder der Sonne / Foto: Thomas Dashuber

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