TheaGe München Theater und Kultur in München - Anmelden und dabei sein
Theater und Kultur in München - Anmelden und dabei sein

Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

TheaGe-Theaterkritiken der Spielzeit 2018/19

Premieren im Oktober 2018

"Dantons Tod" im Gärtnerplatztheater

Oper von Gottfried von Einem
Premiere am 11.Oktober 2018
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

Georg Büchners Drama um die Revolution, die ihre Helden selbst vernichtet, ist für den Regisseur Günter Krämer so wichtig, dass Textzitate auf der karg ausgestatteten Drehbühne leuchten, von den Sängern rezitiert werden, Flugblätter an den Logentüren kleben, am Schluss ins Publikum flattern. Die Regie erzählt hier nicht nur die Geschichte des Revolutionärs Danton, der die Gefahr der Fanatisierung erkennt und gegensteuern will, dabei aber mit seinen Gefährten scheitert, sondern auch von menschlichen Grundfragen wie Verführbarkeit der Massen, Macht- aber auch von Lebensgier, Angst vor dem Tod – und Liebe. Das Schwarzgrau der Bühne paart sich mit gleißendem Licht, an und auf einem Tisch an der Rampe spielen sich Gelage ebenso wie das Tribunal ab. Schließlich steht der bloße Mensch im Mittelpunkt – und fällt buchstäblich der Macht des Stärkeren zum Opfer. Diese eindrücklichen Bilder passen bestens zur Gewalt der Musik – der mächtige Chor, die großartigen Sänger und das Orchester unter A. Bramall fesseln die Zuschauer mit nicht nachlassender Spannung. Diese Neuproduktion in ihrer "aufregenden Zeitlosigkeit" (SZ) sollte man nicht versäumen! s.l.

"Dionysos Stadt" in den Münchner Kammerspielen

Antikenprojekt von Christopher Rüping
Premiere am 6. Oktober 2018
Dauer: 10 Stunden, drei Pausen

Theater total: Mit seinem vierteiligen Antikenprojekt knüpft Regisseur Christopher Rüping an die Dionysien im alten Athen an, die fünf Tage währten und die Stadt in Theatertaumel versetzten. Auch die gestraffte Münchner Version – "nur" zehn Stunden – funktioniert bestens. Im ersten, sparsam bebilderten Teil erleben wir den von Zeus bestraften Prometheus im Käfig an den Kaukasus geschmiedet, der mit der Gabe des Feuers die Menschen über sich hinauswachsen lassen wollte. Doch sie schufen Bomben - eindringlich, laut und sprachgewaltig am Trojanischen Krieg vorgeführt, mit Zitaten aus der "Ilias" und Euripides‘ "Troerinnen". Den großen Schlachten folgen die privaten Kämpfe im Haus des Agamemnon, die in Blutbädern enden und bekanntlich mehreren Familienmitgliedern das Leben kosten, dargestellt als Daily Soap, mit Kameras und Komik und einer Party mit Publikum. Das Satyrspiel am Schluss ist hier ein Fußballmatch auf Kothurnen, begleitet von einem Text zum Sturz des Fußballgotts Zidane. Sieben spielwütige, großartige Akteure in etlichen Rollen, dazu Ernst und Spaß – kaum in jüngster Zeit hat man die Kammerspiele so begeistert und so theatersatt verlassen. sis

  

Premieren im September 2018

"Die Verlobung in St. Domingo" im Cuvilliéstheater/ Residenztheater

Schauspiel nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Inszenierung: Robert Borgmann
Premiere am 29. September 2018
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Kleists empfindsame Novelle über Liebe und Rebellion wird bei Borgmann zu einem Assoziationsfeuerwerk zwischen politischer Aktualität und Comedy aufgefrischt. Die Darsteller, kurios kostümiert, spielen alle Rollen im Wechsel. Im Mittelpunkt stehen Rassismus, Kolonialismus, Gender und die Relativität der Macht. Es sind die Nachwehen der Französischen Revolution. Auf St. Domingo (Haiti) tobt der siegreiche Aufstand der schwarzen Sklaven. Congo Hoango, obgleich arriviert, rächt sich tödlich an seinem Herrn. Die Liebesgeschichte zwischen dem Mischlingsmädchen Toni und dem Schweizer Gustav, der ideal-humanistisch beseelt, doch nicht zu Vertrauen fähig ist, endet in der Katastrophe. Auch Kleist und seine Geliebte begehen Selbstmord. Michael Jackson erwacht und rezitiert Heiner Müller. Seehofer schwebt als Luftballon vorüber. Mit Mathilde Bundschuh, Marcel Heupermann, Thomas Schmauser u.a. Starke Bilder, ergreifende Songs. avs

"Marat/Sade" im Residenztheater

Schauspiel von Peter Weiss
Inszenierung: Tina Lanik
Premiere am 27. September 2018
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Wie man es auch dreht, nach der Französischen Revolution kommt der Despot Napoleon. Auf rotierender Bühne, in Kammern, auf Treppen, auf der Guillotine und oft im Bad des an einem Hautekzem leidenden Anführers Jean Paul Marat (Nils Strunk) entfaltet sich ein vielschichtiges Spektakel, das die Trikolore und jedermanns Kleidung und Körper blutrot färbt. Peter Weiss lässt sein bejubeltes Drama von 1964 im Irrenhaus spielen, in dem der radikale Individualist Marquis de Sade (Charlotte Schwab) und seine Mitpatienten die Verfolgung und Ermordung Marats zur Aufführung bringen. Das braucht Tina Laniks Inszenierung nicht, genug Verrücktheit auch so, als Marat von der Badewanne aus Todesurteile unterschreibt, dort von der Konterrevolutionärin Charlotte Corday erstochen wird und das Volk vergeblich auf Wohlstand wartet. Oder 15 Jahre später, als sich der Ausrufer (Michele Cuciuffo) in einen rappenden Napoleon verwandelt oder in den heutigen Verhältnissen, wie Marats Wutrede ans Publikum zeigt. Glänzende Schauspieler meistern Dispute und Zeitebenen flott und fabelhaft. sis

"Ein Sommernachtstraum" im Münchner Volkstheater

Komödie von William Shakespeare
Inszenierung: Kieran Joel
Premiere am 23. September 2018
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Shakespeares Stücke sind ja so vielschichtig, dass man allerhand mit ihnen anstellen kann. Aber es ist schon vogelwild, was Regisseur Kieran Joel zur Saisoneröffnung im Volkstheater mit Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" treibt. Er konzentriert sich auf die zwei jungen Paare, die im Original durch einen Zauberwald irren. Auf der Bühne hat Ausstatterin Bella Santos jedoch eine Theaterruine gebaut, in der die vier durcheinander Liebenden einen einzigen Traum durchleben. Sie tragen die gleichen Kleider und Beatles-Pilzkopf-Perücken, was die Liebe als oberflächliches Wechselspiel von sich selbst spiegelnden Egos erscheinen lässt. Max Wagner manipuliert als Puck die Illusionswelt des Quartetts. Zudem spielt ihnen ein dämonisches Handwerkertrio die tragische Romanze von Pyramus und Thisbe vor, während Elfenkönig Oberon und Gattin Titania als Zombiefiguren einer wahrlich bös‘ lüsternen Beziehung auftreten. Kieran Joel hat das Stück neu zusammengesetzt: Zu einem intensiv düsteren Essay über Liebe und Triebe, mit einem Ensemble, das sich konsequent in diesen irrwitzigen Albtraum wirft. mst

Die TheaGe-Kritiken zu den Premieren der vergangenen Spielzeit 2017/18

 

  

  

 

"Dantons Tod" im Gärtnerplatztheater / Foto: Christian Pogo Zach

  

 

 

 

"Dionysos Stadt" in den Münchner Kammerspielen / Foto:

 

 

 

Dei Verlobung in St. Domingo im Cuvilliéstheater / Foto: Andreas Pohlmann 

 

 

 

"Marat/ Sade" im Residenztheater München / Foto: Matthias Horn

 

 

 

Ein Sommernachtstraum im Münchner Volkstheater / Foto: Arno Declair

Facebookseite der TheaGe TheaGe bei Twitter Google Plus - TheaGe München Wikipedia-Artikel über die Theatergemeinde München RSS Feed der TheaGe München

Unser Angebot Veranstaltungen Kultur-Extras Spielstätten Ihre TheaGe
Ihre Vorteile Suche & Bestellung TheaGe-Extras Deutsches Theater Kontakt
Kulturaufruf Last-Minute Tickets Kulturreisen Gasteig Newsletter
Nachmittags-Abo Oper in München Tagesfahrten Kammerspiele Formulare für Meldungen
Konzert-Abos Schauspiel in München Führungen Nationaltheater Außenstellen 
Familien-Abos Konzerte in München TheaGe in der Residenz Prinzregententheater Geschichte
Geschenk-Abos Tipps & aktuelle Meldungen 's Münchner Jahr Residenztheater Presse
Kultur-Gutschein Monatsprogramm Kino Treff Rio Volkstheater Partner und Links
Anmeldung Stückebeschreibungen Ihr Kultur-Bonus und viele mehr... Bund der Theatergemeinden
Werbeprämie

 


Unsere Kulturpartner:

Deutsches Theater                  Logo Münchner Kammerspiele                                 Logo In Muenchen     Logo Faust-Festival

und viele mehr...


Impressum | AGB | Widerruf  | Datenschutz | Sitemap