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Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

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Aktuelle Theaterkritiken 2018/19

Premieren im Dezember 2018

„Macbeth“ in den Münchner Kammerspielen

Schauspiel von William Shakespeare
Inszenierung: Amir Reza Koohestani
Premiere am 7. Dezember 2018
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Den Polit-Psycho-Klassiker von Machtgier, Verführung und dem Unersättlichen, der selbst Schuld hat an der Katastrophe, kennen Sie. Der iranische Regisseur Koohestani ("Der Fall Meursault") wendet die Geschichte auf links, macht daraus ein komplexes Meta-Theater. Es geht um das Scheitern einer Theaterprobe zwischen Beziehungsstress, babylonischen Sprachwirren, Integration und Kunstblut-Fleckenteufel. Das Chaos herrscht im Waschraum und im Palast, die politischen und individualistischen Ansprüche sprengen Text und Rollen. Das Leben ist eine Geschichte, von einem Idioten erdacht, sagt Macbeth am Ende originalgetreu, es ist Lärm, Wut und ohne Sinn. Da steht er an seinem nihilistischen Tiefpunkt. Auch wir reiben uns die Augen vor der Wirklichkeit, vor Gier, Niedertracht, Gewalt und fragen: Kann das Theater etwas bewegen? Packend sind Originalsequenzen wie Polly Pollyesters düstere Hexensongs und surreale Seelen-Alptraum-Effekte, dazu Psychedelic-Lichtvideos. Verwirrend, klug, spaßig.  avs


 

Premieren im November 2018

„Glaube Liebe Hoffnung“ im Münchner Volkstheater

Schauspiel von Ödön von Horváth
Inszenierung: Christian Stückl
Premiere am 30. November 2018
Dauer: ca. 2 Stunden, ohne Pause

Im Patriarchat geht es immer nur um die Wurst, symbolisch wie ganz konkret. Diesbezüglich kennt Volkstheater-Intendant Christian Stückl in seiner Variante von „Glaube Liebe Hoffnung“ keinerlei Gnade, sondern lässt die Männer nicht nur als triebgesteuerte Ungeheuer auftreten, sondern auch in einer fulminant grotesken Wirtshausszene Bier saufen und Weißwürste fressen. Inmitten des wüsten Treibens sitzt Elisabeth, das pochende Herz in Ödön von Horváths Klassiker. Man sieht ihr die innere Distanzierung an, aber ihrer großkopferten, kleingeistigen Umwelt lässt sich nur schwer die Stirn bieten. Stefan Hageneier hat ein expressionistisch schwarz-weißes Bürgergefängnis gebaut, in dem die Tische sich auch in Leichenbahren verwandeln können – in einem anatomischen Institut will Elisabeth ihren Körper verkaufen und kämpft ums Überleben. Die Frau unter Druck spielt Nina Steils leuchtend widerständig, während das Restensemble sie als schwarzkomische Gesellschaft umgibt. Eine unterhaltsame Horrorshow liefert Christian Stückl da, voll drastischer Ideen und Hanswürsten.
mst

„Otello“ im Nationaltheater

Oper von Guiseppe Verdi
Inszenierung: Amélie Niermeyer
Dirigent: Kirill Petrenko
Premiere am 23. November 2018
Dauer: 3 Stunden 15 Minuten, eine Pause


Zwei Räume, die sich spiegeln, ineinanderschieben oder abwechseln: Ein großer, dunkler, öffentlicher der Männerwelt; ein heller, weiblicher, intimer als Schlafzimmer Desdemonas (Bühne: Christian Schmidt). In Amelie Niermeyers hochpräziser Regie muss Otello keine schwarze Farbe im Gesicht tragen, allein seine von Jago – ein diabolischer Mann trotz Turnschuhen und Schlafanzughose – geschürte Eifersucht, die ihn von innen zerfrisst und implodiert, bevor sie explodiert, macht ihn zum Outcast. Und auch wenn Kirill Petrenko einmal nicht mehr dieses große Musikdrama Verdis dirigieren wird, dürften sich alle Orchestermusiker, mit denen er geprobt hat, an den Feinschliff und die Genauigkeit erinnern, mit der ihr GMD jede einzelne Phrase, jede melodische Linie, Rhythmus und Klang poliert und geschärft hat. Ein Ereignis! klk

„Romeo und Julia“ (Uraufführung) im Gärtnerplatztheater

Ballett
Choreographie: Erna Ómarsdóttir und Halla Ólafsdóttir
Premiere am 22. November 2018
Dauer: 2 Stunden, eine Pause
FSK 17 Jahre

Schon bevor sich der Vorhang zu dieser Uraufführung hebt, kommen die 20 Tänzerinnen und Tänzer in fleischfarbenen Bodys mit künstlichen Muskelpaketen hervor und gleich wird klar, was man nicht erwarten darf: Ein gefälliges Ballett über das Liebespaar mit erzählter Geschichte, erkennbaren Personen und geschlechterdefinierten Rollen. Was man dafür findet, sind Aussagen wie: „Ich spiele das Blut“, „Ich bin das Schwert“, „Wir alle sind Romeo und Julia“, die auf die allumfassende Gestaltung des Ur-Themas Liebe hindeuten. Die Choreographie definiert es als eine Mischung von Zärtlichkeit, Grausamkeit, hetero- und homosexueller Beziehung, Fleischlichkeit, Tod. Die permanent auf der Bühne präsente, brillante Tanztruppe setzt dies kongenial um. Hier wird gekeucht, geschrien, gekrochen, gesprungen und großartig getanzt. Grelle Show-Elemente wechseln ab mit erhabenen Bildern einer goldenen Welt, es werden Blumen gestreut, Blut verschmiert, rosa triefende und schwarz flatternde Herzen schweben umher – ein bild- und körpergewaltiges Gesamtkunstwerk, das von der reduzierten Prokofjew-Suite treffend ergänzt wird. Ein lohnendes Wagnis eines radikal anderen Ballettabends! sl

„Endspiel“ im Residenztheater

Schauspiel von Samuel Beckett
Inszenierung: Anne Lenk
Premiere am 16. November 2018
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Das Nichts am Ende von Welt und Natur: Hier ist es ein federleichtes Spiel, eine sarkastische Parodie vom Leben. Asche regnet auf die schwarze Bühne. Hamm (Oliver Nägele), blind und lahm, kommandiert seinen Diener Clov (Franz Pätzold) herum. Der ist der einzige, der ihn pflegen kann. Und er schafft ihm pantomimisch einen Rest von Lebendigem, mit menschlichem Kontakt und gespieltem Kuschelhund. Hamms Eltern Nell (Ulrike Willenbacher) und Negg (Manfred Zapatka) im ramponierten Rokoko-Look, stecken daneben beinlos in einer Art Keller. Glaube, Hoffnung, Freiheit sind dahin, aber die vier letzten Menschen agieren symbiotisch und halten in ihren Ritualen die Balance zwischen Verzweiflung, Komik und Würde. Eine witzige Farce und ein Schauspielerfest. Großer Beifall. avs
 

„Wiener Blut“ im Gärtnerplatztheater

Operette von Johann Strauß (Sohn)
Musikalische Leitung: György Mészáros / Felix Meybier
Inszenierung: Nicole Claudia Weber
Spielzeitpremiere am 9. November 2018
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

Zwei herzige Amoretten-Buberl führen in ein “süßes“ Wien um 1900, in ein Dekor, das von einer Hofkonditorei gestaltet sein könnte. Zunächst dominiert der Zuckerguss, auch in der Musik, doch sobald die Personen erscheinen, prallen höchst lebendige, bissige, begehrliche, eifersüchtige, drollige und klar gezeichnete Charaktere aufeinander. Da wendet sich auch bald das Dekor zu einem Klimt-angenäherten Interieur, wobei selbst Kostüm und Maske der Gräfin Zedlau dem „Kuss“ nachempfunden sind. Diese muss ja Edelmut und Eleganz verkörpern, denn ihr Mann Graf Balduin treibt es doch recht bunt: Wie soll er die quirlige Tänzerin Pepi und die neu zu erobernde letztlich gar nicht schüchterne Probiermamsell vor seiner Frau geheim halten? Alle Figuren und eine Menge Zufälle helfen zusammen, dass das Verwirrspiel um die Damen immer neue Blüten treibt und durch viele witzige Regieeinfälle und mit einer Fülle von bekannten Galopp- und Walzerklängen kurzweilig bleibt. Verdienter langer und wienerisch beschwingter Applaus für das gesamte spielfreudige Ensemble. s.l.
 

 

Premieren im Oktober 2018

„#Genesis - A Starting Point“ in den Münchner Kammerspielen

Performance von Yael Ronen und Ensemble
Uraufführung am 28. Oktober 2018
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Alles zurück auf Anfang. Nichts Geringeres als den Schöpfungsmythos bringt die israelische Erfolgsregisseurin Yael Ronen gemeinsam mit sechs munter aufspielenden Akteuren als theatrale Bibelstunde mit Witz auf die Bühne. Der Twitter-Hashtag vor dem Titel zeigt schon: Hier kann jeder was beisteuern: Philosophisches und Persönliches, Plattes und Pikantes. Und so liefert diese sehr spezielle Genesis einen frechen Streifzug von den ersten Tagen der Welt, wo Adam, Eva und ein alleinerziehender oder auch schwuler Gott  in einen Geschlechterdiskurs geraten, bis zum verpatzten Neustart der Kammerspiele, den Damian Rebgetz zur pointenreichen Publikumsbeschimpfung nutzt. Wahrhaft überragend ist Wolfgang Menardis Bühnenkonstruktion, bei der zwei riesige Spiegelscheiben auseinanderklappen, die fortan das Erdendasein der Menschlein in der oberen, quasi himmlischen Sphäre reflektieren, ergänzt mit assoziationsreichen Bildern oder wunderbar unterlegt mit klassischen Gemälden. Hier öffnet sich ein ganzer Kosmos – ein echter Niveauunterschied! sis
 

„Die Dämonen“ im Münchner Volkstheater

Schauspiel nach dem Roman von Fjodor Dostojewski
Inszenierung: Felix Hafner
Premiere am 25. Oktober 2018
Dauer: 3 Stunden, eine Pause

Der Wind der Revolution weht im Volkstheater, künstlich erzeugt durch Windmaschinen. Sie bringen auch einige schwarze Flaggen zum Flattern, wenn nicht gerade ein Rebell sie hin- und herschwenkt. Wer was eigentlich in Bewegung bringt, ist gar nicht so leicht zu durchschauen im vorrevolutionären Russland am Ende des 19. Jahrhunderts. In seinem großen Roman „Die Dämonen“ lässt Fjodor Dostojewski die verschiedensten politischen Ideen aufeinanderprallen. Der junge Regisseur Felix Hafner scheut diesen Diskurs in seiner dreistündigen Adaption des Romans nicht, sondern setzt dem Publikum ein gehöriges Stück Gedanken- und Mitdenktheater vor, vermittelt von einem engagiert aufspielenden Ensemble. Silas Breiding spielt den Provinzheimkehrer Stawrogin mit vampirischer Kühle. Der Anarchist Werchowenskij (aufrecht und stark: Pola Jane O’Mara) will Stawrogin als Anführer einer fünfköpfigen Terrorgruppe rekrutieren, aber der weigert sich. So nimmt eine Tragödie ihren Lauf, die Felix Hafner mit einfallsreichen Gruppenchoreografien und windumtosten Theaterbildern inszeniert. mst
 

"Der nackte Wahnsinn (Noises Off)" im Residenztheater

Schauspielvon Michael Frayn
Inszenierung: Martin Kušej
Premiere am 19. Oktober
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten mit Pause

Lachen über Lust und Frust an der Theaterarbeit - wie könnte der Regisseur edler High-End-Stücke seinen Abschied (2019 an die Wiener Burg) lustiger feiern als mit diesem rasanten Kultklamauk? Eine selbstironische Theaterfarce ist das Spiel-im-Spiel-Boulevardstück aus den 80ern, in dem das Resi-Ensemble als unsäglich platte Slapstick-Tingeltruppe glänzt. In drei Varianten spult sich die hanebüchene Handlung ab. Die gruppendynamischen Neurosen blühen, angeheizt von kräftig Alkohol. Es geht um Immobiliendeals, Quickies und Steuerhinterziehung, aber eigentlich um die menschlichen Leidenschaften. Eigene Beziehungsdesaster der "Schauspieler" durchkreuzen den Plot, bis der Vorhang über dem totalen Debakel fällt. Grandios: Norman Hacker, Sophie von Kessel, Thomas Loibl, Katharina Pichler. Schmierentheater zum Ablachen, erfrischend incorrect. avs

"Gefährliche Liebschaften" im Gärtnerplatztheater

Musical von Marc Schubring und Wolfgang Adenberg
Nach dem Roman von Choderlos de Laclos
Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz

Inszenierung: Josef E. Köpplinger
Spielzeitpremiere am 17. Oktober 2018
Dauer: 2 Sunden 45 Minuten, eine Pause

"Liebe macht uns schwach" – damit endet das von J. E. Köpplinger rasant inszenierte Musical, in dem das Spiel von Lügen und Täuschungen, der gewollten Entfesselung von Trieben, der Lust an Intrigen – und sogar tragischer echter Liebe! – schließlich zu gesellschaftlicher Ächtung und Tod führt. Alles dreht sich um diese Themen – und so dreht sich die Bühne, um in raschem Szenenwechsel Täter und Opfer zu zeigen, wie sie sich in immer neuen Konstellationen einander nähern und entfernen. Das Hauptrequisit ist ein großer verstellbarer Spiegel, der den Zuschauer zum doppelten Voyeur macht. Pikante Szenen einer ungezügelten Gesellschaft wechseln ab mit den spannungsgeladenen Zweier-Begegnungen voller Begehren und Hingabe, Triumph und Desillusionierung – intensiviert durch die Personenchoreographie des Co-Regisseurs Adam Cooper. Marc Schubrings Musik wechselt zwi-schen Untermalung, Sprechgesang und starken Arien mit ständig wachsender Dramatik. Die große Wirkung des ganzen bös-bunten Kostüm-Spektakels ist jedoch den brillanten Sänger-Darstellern zu verdanken. Das Publikum dankte ihnen mit begeistertem Applaus. sl

"Dantons Tod" im Gärtnerplatztheater

Oper von Gottfried von Einem
Premiere am 11. Oktober 2018
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

Georg Büchners Drama um die Revolution, die ihre Helden selbst vernichtet, ist für den Regisseur Günter Krämer so wichtig, dass Textzitate auf der karg ausgestatteten Drehbühne leuchten, von den Sängern rezitiert werden, Flugblätter an den Logentüren kleben, am Schluss ins Publikum flattern. Die Regie erzählt hier nicht nur die Geschichte des Revolutionärs Danton, der die Gefahr der Fanatisierung erkennt und gegensteuern will, dabei aber mit seinen Gefährten scheitert, sondern auch von menschlichen Grundfragen wie Verführbarkeit der Massen, Macht- aber auch von Lebensgier, Angst vor dem Tod – und Liebe. Das Schwarzgrau der Bühne paart sich mit gleißendem Licht, an und auf einem Tisch an der Rampe spielen sich Gelage ebenso wie das Tribunal ab. Schließlich steht der bloße Mensch im Mittelpunkt – und fällt buchstäblich der Macht des Stärkeren zum Opfer. Diese eindrücklichen Bilder passen bestens zur Gewalt der Musik – der mächtige Chor, die großartigen Sänger und das Orchester unter A. Bramall fesseln die Zuschauer mit nicht nachlassender Spannung. Diese Neuproduktion in ihrer "aufregenden Zeitlosigkeit" (SZ) sollte man nicht versäumen! s.l.

"Dionysos Stadt" in den Münchner Kammerspielen

Antikenprojekt von Christopher Rüping
Premiere am 6. Oktober 2018
Dauer: 10 Stunden, drei Pausen

Theater total: Mit seinem vierteiligen Antikenprojekt knüpft Regisseur Christopher Rüping an die Dionysien im alten Athen an, die fünf Tage währten und die Stadt in Theatertaumel versetzten. Auch die gestraffte Münchner Version – "nur" zehn Stunden – funktioniert bestens. Im ersten, sparsam bebilderten Teil erleben wir den von Zeus bestraften Prometheus im Käfig an den Kaukasus geschmiedet, der mit der Gabe des Feuers die Menschen über sich hinauswachsen lassen wollte. Doch sie schufen Bomben - eindringlich, laut und sprachgewaltig am Trojanischen Krieg vorgeführt, mit Zitaten aus der "Ilias" und Euripides‘ "Troerinnen". Den großen Schlachten folgen die privaten Kämpfe im Haus des Agamemnon, die in Blutbädern enden und bekanntlich mehreren Familienmitgliedern das Leben kosten, dargestellt als Daily Soap, mit Kameras und Komik und einer Party mit Publikum. Das Satyrspiel am Schluss ist hier ein Fußballmatch auf Kothurnen, begleitet von einem Text zum Sturz des Fußballgotts Zidane. Sieben spielwütige, großartige Akteure in etlichen Rollen, dazu Ernst und Spaß – kaum in jüngster Zeit hat man die Kammerspiele so begeistert und so theatersatt verlassen. sis

  

Premieren im September 2018

"Die Verlobung in St. Domingo" im Cuvilliéstheater/ Residenztheater

Schauspiel nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Inszenierung: Robert Borgmann
Premiere am 29. September 2018
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Kleists empfindsame Novelle über Liebe und Rebellion wird bei Borgmann zu einem Assoziationsfeuerwerk zwischen politischer Aktualität und Comedy aufgefrischt. Die Darsteller, kurios kostümiert, spielen alle Rollen im Wechsel. Im Mittelpunkt stehen Rassismus, Kolonialismus, Gender und die Relativität der Macht. Es sind die Nachwehen der Französischen Revolution. Auf St. Domingo (Haiti) tobt der siegreiche Aufstand der schwarzen Sklaven. Congo Hoango, obgleich arriviert, rächt sich tödlich an seinem Herrn. Die Liebesgeschichte zwischen dem Mischlingsmädchen Toni und dem Schweizer Gustav, der ideal-humanistisch beseelt, doch nicht zu Vertrauen fähig ist, endet in der Katastrophe. Auch Kleist und seine Geliebte begehen Selbstmord. Michael Jackson erwacht und rezitiert Heiner Müller. Seehofer schwebt als Luftballon vorüber. Mit Mathilde Bundschuh, Marcel Heupermann, Thomas Schmauser u.a. Starke Bilder, ergreifende Songs. avs

"Marat/Sade" im Residenztheater

Schauspiel von Peter Weiss
Inszenierung: Tina Lanik
Premiere am 27. September 2018
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Wie man es auch dreht, nach der Französischen Revolution kommt der Despot Napoleon. Auf rotierender Bühne, in Kammern, auf Treppen, auf der Guillotine und oft im Bad des an einem Hautekzem leidenden Anführers Jean Paul Marat (Nils Strunk) entfaltet sich ein vielschichtiges Spektakel, das die Trikolore und jedermanns Kleidung und Körper blutrot färbt. Peter Weiss lässt sein bejubeltes Drama von 1964 im Irrenhaus spielen, in dem der radikale Individualist Marquis de Sade (Charlotte Schwab) und seine Mitpatienten die Verfolgung und Ermordung Marats zur Aufführung bringen. Das braucht Tina Laniks Inszenierung nicht, genug Verrücktheit auch so, als Marat von der Badewanne aus Todesurteile unterschreibt, dort von der Konterrevolutionärin Charlotte Corday erstochen wird und das Volk vergeblich auf Wohlstand wartet. Oder 15 Jahre später, als sich der Ausrufer (Michele Cuciuffo) in einen rappenden Napoleon verwandelt oder in den heutigen Verhältnissen, wie Marats Wutrede ans Publikum zeigt. Glänzende Schauspieler meistern Dispute und Zeitebenen flott und fabelhaft. sis

"Ein Sommernachtstraum" im Münchner Volkstheater

Komödie von William Shakespeare
Inszenierung: Kieran Joel
Premiere am 23. September 2018
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Shakespeares Stücke sind ja so vielschichtig, dass man allerhand mit ihnen anstellen kann. Aber es ist schon vogelwild, was Regisseur Kieran Joel zur Saisoneröffnung im Volkstheater mit Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" treibt. Er konzentriert sich auf die zwei jungen Paare, die im Original durch einen Zauberwald irren. Auf der Bühne hat Ausstatterin Bella Santos jedoch eine Theaterruine gebaut, in der die vier durcheinander Liebenden einen einzigen Traum durchleben. Sie tragen die gleichen Kleider und Beatles-Pilzkopf-Perücken, was die Liebe als oberflächliches Wechselspiel von sich selbst spiegelnden Egos erscheinen lässt. Max Wagner manipuliert als Puck die Illusionswelt des Quartetts. Zudem spielt ihnen ein dämonisches Handwerkertrio die tragische Romanze von Pyramus und Thisbe vor, während Elfenkönig Oberon und Gattin Titania als Zombiefiguren einer wahrlich bös‘ lüsternen Beziehung auftreten. Kieran Joel hat das Stück neu zusammengesetzt: Zu einem intensiv düsteren Essay über Liebe und Triebe, mit einem Ensemble, das sich konsequent in diesen irrwitzigen Albtraum wirft. mst

Die TheaGe-Kritiken zu den Premieren der vergangenen Spielzeit 2017/18

 

 

 

"Macbeth" in den Münchner Kammerspielen / Foto: Thomas Aurin

 

 



"Glaube Liebe Hoffnung" im Münchner Volkstheater / Foto: Gabriela Neeb



 

"Otello" im Nationaltheater / Foto: © Wilfried Hösl

"Romeo und Julia" (Ballett) im Gärtnerplatztheater / Foto: © Marie-Laure Briane

"Romeo und Julia" (Ballett) im Gärtnerplatztheater / Foto: © Marie-Laure Briane

 

 

"Endspiel" im Residenztheater / Foto: Thomas Aurin

 

 

 

"Wiener Blut" im Gärtnerplatztheater / Foto: Christian Pogo Zach

 

 

 

 

 

#Genesis - A starting point in den Münchner Kammerspielen / Foto: David Baltzer

 

 

"Die Dämonen" Im Münchner Volkstheater / Foto: Gabriela Neeb

 

"Der nackte Wahnsinn" im Residenztheater München / Foto: Matthias Horn

 

 

"Gefährliche Liebschaften" im Gärtnerplatztheater / Foto: Thomas Dashuber

 

 

 

"Dantons Tod" im Gärtnerplatztheater / Foto: Christian Pogo Zach

 

 

 

 

"Dionysos Stadt" in den Münchner Kammerspielen / Foto:

 

 

 

Die Verlobung in St. Domingo im Cuvilliéstheater München / Foto: Andreas Pohlmann

 

 

 

"Marat/ Sade" im Residenztheater München / Foto: Matthias Horn

 

 

 

"Ein Sommernachtstraum" im Münchner Volkstheater / Foto: Arno Declair

 

 

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