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Baustellenbesuch Isarphilharmonie

Gasteig-Chef Max Wagner führt den TheaGe-Autoren und Musikjournalisten Klaus Kalchschmid über die Baustelle zum Interimsquartier an der Hans-Preißinger-Straße. Ein Besuch, der neugierig macht auf Kulturerlebnisse in der Isarphilharmonie.

Max Wagner / Foto: Gasteig

Fünf Monate vor der feierlichen Eröffnung der Isarphilharmonie am 8. Oktober steht man mit festen Stiefeln an den Füßen, gelbem Schutzhelm auf dem Kopf und weißer Maske vor Mund und Nase auf einer veritablen Baustelle: Überall noch rohe Materialien; die verstellbare Bühne, wo einmal ein ganzes Symphonieorchester sitzen soll, nur eine nackte Stahlkonstruktion! Jede Menge Löcher sieht man und unversehens gibt es Stufen, über die man stolpern könnte. Alles wird erhellt von großen Arbeitsleuchten, die an der Decke des späteren Konzertsaals für bis zu 1.900 Besucher*innen wie Kunstobjekte hängen. Keinen einzigen Stuhl gibt es, aber Sägespäne, Sperrholzplatten und Abklebungen überall.

Und doch bekommt man eine Ahnung, wie das alles einmal werden könnte. Denn schon jetzt wird der Raum dominiert vom schwarz gebeizten Holz, das später den Saal optisch und akustisch prägen, Aug‘ und Ohr ganz auf das Podium und die Musik lenken wird. Was für ein magischer Raum! Egal, ob man oben von der Empore einen der Seitenränge betritt und hinunterschaut, zur letzten Reihe die steile Schräge hochklettert und den ganzen gewaltigen und doch harmonisch rechteckigen, leicht abgerundeten Raum vor sich hat oder hinter dem Podium in Richtung Zuschauerraum schaut: Mit ein bisschen Fantasie kann man sich genau vorstellen, wie das alles einmal wird! Bis Mitte Juli jedenfalls muss alles soweit fertig sein, dass eine akustische Testphase laufen kann und Yasuhisa Toyota, verantwortlich für den Klang der Suntory Hall in Tokyo, des neuen Konzertsaals im Mariinsky-Theater St. Petersburg, des Musikzentrums in Helsinki und der Elbphilharmonie in Hamburg, die Feinjustierung vornehmen kann.

Querschnitt Konzertsaal Isarphilharmonie und Halle E im Gasteig HP8 / Foto: gmp Architekten

Dabei hatte Max Wagner, Geschäftsführer des Gasteig und heute Bauherr des ganzen Areals, schon 35 mögliche Standorte für ein Gelände, das die Interims-Philharmonie beherbergen könnte, verworfen und die Zeit wurde langsam knapp. Doch dann gab sein Antrittsbesuch bei Florian Bieberbach, dem Chef der Stadtwerke, den Ausschlag „Wir haben uns sehr nett unterhalten und am Ende bat ich ihn, wenn er was wüsste von einem Gelände oder einer Halle für das Interim des Gasteig, dann möge er mir doch bitte Bescheid sagen. Da meinte er, er hätte was. Zwei Tage später waren wir hier in dieser Halle E, wo wir jetzt stehen, und sagten alle: ‚Das isses!‘“

Halle E ist eine historische, denkmalgeschützte, ehemalige Trafo-Halle von 1929, die weitgehend original erhalten blieb, einschließlich des Glasdachs und der darunter liegenden Glasdecke aus unzähligen kleinen Scheiben, die nun alle einzeln ausgebaut und gereinigt wurden. Malerische Emporen besitzt sie, deren dunkelblau gestrichenen Balustraden aus Metall unangetastet bleiben. „Ursprünglich sollte das die Philharmonie werden, aber der Raum ist einfach zu lang und zu schmal!“, sagt Wagner keineswegs bedauernd. Denn jetzt wird er zu einer multifunktionalen Eingangshalle, zugleich Entrée der Philharmonie wie Zugang zu den Räumen der Stadtbibliothek, die vor und nach den Konzerten geöffnet sein werden. Eine Open Library nach skandinavischem Muster soll es geben, in der man sich Bücher zum Lesen vor Ort frei aussuchen kann, Treppenstufen zum Verweilen und eine messingfarbene Bartheke.

Foto: Klaus Kalchschmid

Noch ist das ganze lichtdurchflutete Innere mit einem ebenso luftigen Stahlgerüst ausgekleidet, in dem die Bauarbeiter ohne Absicherung in schwindelnder Höhe turnen, als wär’s eine Kunstaktion. Aber in ein paar Monaten sollen hier die verschiedensten Veranstaltungen stattfinden, ein Raum zum Miteinander und zur Begegnung entstehen. Faszinierend auch das Scharnier zwischen dem alten und dem neuen Bau: eine elegante Doppeltreppe wie in der Alten Pinakothek, nur schmaler.

Doch bis hier überhaupt gebaut werden konnte, war nicht nur ein entsprechender Stadtratsbeschluss nötig. Max Wagner erläutert: „Man musste alles genau durchplanen und Ausschreibungen für alle Gewerke waren nötig. Denn mit diesem Gelände war auf einmal klar, man hat nicht nur einen Ort gefunden, wo die Philharmonie unterkommt – die nun nebenan ganz neu gebaut wird –, sondern man braucht nicht mehr die übrigen Institutionen des Kulturzentrums über die Stadt verteilen: Alle Nutzer, wie Musikhochschule, Volkshochschule und Stadtbibliothek, haben wir nun auf einem Gelände.“

Dann ging alles ziemlich schnell, für die Planung des Geländes fand man die internationalen Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp), für die Ausführung die Nüssli-Gruppe aus der Schweiz, die mit Subunternehmern die Philharmonie zum ziemlich sensationellen Festpreis von rund 40 Millionen Euro baut, für die Halle E gab es Einzelvergaben. HP8 nannte sich das hier einst und noch immer beheimate Kreativ Quartier für Künstler schon immer intern nach der Adresse Hans-Preißinger-Straße 8. Jetzt musste man für die Nutzung des Namens zumindest die entsprechende Drucker Firma um Erlaubnis bitten, was sich, als man endlich den richtigen Ansprechpartner gefunden hatte, als problemlos erwies. Auch die Namensgleichheit mit dem Münchner Laienorchester namens „Isar Philharmonie“ ließ sich per vertraglicher Vereinbarung vom 4. Mai gütlich regeln. Denn an diesem Namen kam man nicht mehr vorbei, hatten doch allein 138 Einsender beim Wettbewerb für eine Bezeichnung des Gasteig Interimsquartier für Isarphilharmonie votiert. Das war die mit weitem Abstand häufigste Nennung.

Foto: Klaus Kalchschmid

Kümmern muss sich der Bauherr aber nicht nur um seine Baustelle und solche Details, sondern auch darum, wie um die 2000 Menschen fast zeitgleich hierher gelangen können. Eine Tiefgarage gibt es nicht, aber insgesamt 300 Parkplätze auf dem Gelände der Großmarkthalle, teils per Shuttle-Bus angebunden, teils gerade mal 350 Meter entfernt. Dazu 300 Stellplätze für Fahrräder direkt auf dem Gelände, denn auf zwei Rädern braucht man von der Innenstadt die Isar entlang gerade mal eine Viertelstunde. Ebenfalls bequeme 350 Meter, also keine 5 Minuten Fußweg, sind es von der U-Bahn Brudermühlstraße bis zum Haupteingang der Philharmonie. Der Bus 54 hält vor der Haustür und die Linie 132 mit ihren 35 Haltestellen, beginnend bei den S-Bahnhöfen Marienplatz und Isartorplatz über die U-Bahn-Halte Fraunhoferstraße, Implerstraße und Harras bis Forstenrieder Park, müsste von der Haltestelle Großmarkthalle nur eine kleine Schleife fahren. Aber das wird erst im Juli entschieden, obwohl Max Wagner seit drei Jahren darum kämpft, die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu optimieren. So soll es sogenannte „Spitzenbrecher“, also eine Taktverdichtung unmittelbar nach Konzert-Ende geben. Außerdem verpflichtet sich jeder Veranstalter, der in der Isarphilharmonie Konzerte anbietet, dazu, dass sein Ticket auch als Fahrschein für den MVV zu benutzen ist.

Foto: Klaus Kalchschmid

Max Wagner erklärt, „dass Vieles ausprobiert werden wird, das dann auch im neuen Gasteig Früchte tragen soll. HP8 ist da wie ein Labor.“ Endlich mehr Uraufführungen wollen die Philharmoniker spielen, schon zwei im Eröffnungskonzert, neue Konzertformate sollen entwickelt und erprobt werden und für Studenten wird es leichter werden, an günstige Karten zu kommen. Aber es macht dem Gasteig-Chef auch Spaß, den staunenden Gast immer wieder an Stellen zu führen, die später kaum noch einsehbar, geschweige denn betretbar sind. Da kann man Arbeiter beobachten, die wie in einer Kirche über den Dachstuhl des Konzertsaals laufen, die riesigen Lüftungsschächte in Augenschein nehmen oder den Blick schweifen lassen über die Isar. An anderer Stelle schaut man Richtung Heizkraftwerk oder Innenstadt, auch auf die noch im Entstehen befindlichen Gebäude für Musik- und Volkshochschule. Sie werden erst im Frühjahr zum Beginn des neuen Semesters bezugsfertig sein. Auf die Frage, ob das nicht ein wunderbarer Platz für ein Dachterrassen-Café wäre, schmunzelt Wagner: „Das Problem ist nur, wie kommt man hier hoch? Aber vielleicht finde ich ja noch einen Sponsor für den Außenaufzug…“

 

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