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Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

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Sommer in der Stadt

An einem lauwarmen, wolkenverhangenen Samstagnachmittag im Juli nahm der Intendant der Kammerspiele seinen Abschied aus der schönen, schwierigen Stadt. Und zwar ganz anders, als es vor dem Einmarsch des Virus mit der Krone geplant gewesen war. Nämlich nicht mit der dezentralen, 24-stündigen Neu-Inszenierung von Roberto Bolaños Mega-Roman „2666“, bei der die schöne, schwierige Stadt als Wiedergängerin der Todesmetropole Santa Teresa alias Ciudad Juárez entlarvt worden wäre. Einem Projekt also, das auf die dunkle, die gern verdrängte, die Nachtseite Eurer Metropole geführt hätte. Sondern mit einer blassen, verhauchten, kaum fühl- und sichtbaren Veranstaltung namens „Opening Ceremony“ im Olympiastadion. Zusammen mit einigen Deiner liebsten Kolleginnen und mit dem Geschäftsführer der tradionsreichen Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst, kauertest Du in weiten Abständen verteilt auf auf pastellgrünen, fast Original-70er-Jahre Hartplastiksitzschalen und blicktest ins Stadionrund.

Opening Ceremony / Foto: Julian Baumann

Du sahst Tauben auffliegen und die besondere Schönheit dieses Orts. Du sahst Julia Riedler sich in wehendem Cape an einem Stahlseil von einem Ende der weltberühmten Zeltdachkonstruktion zum anderen schwingen. Du sahst Samouil Stojanov als Super-Mario im Mini-Go-Cart über den Rasen kapriolen. Du hörtest Annette Paulmanns Verheissungen eines wirklich grossen, unfassbar bedeutungsvollen „globalen Events“. Du lachtest. Du applaudiertest. Du stauntest. Aber Du verstandest: Nichts. Außer, dass etwas unwiederbringlich vorbei war. Und zwar viel mehr als nur eine fünfjährige Intendanz. Viel mehr, als das vegane Fingerfood, das der strubbelhaarige Matthias in den kleinen Pausen von „Dionysos Stadt“ stets persönlich verteilt hatte. Viel mehr als schwarze oder weiße T-Shirts mit neonfarbigem Kammer 1-2-3-Aufdruck. Viel mehr als „szenisch“ rauchende, Sirtaki tanzende Falkenbergschüler auf der Bühne. Viel mehr. Einfach alles, was cool gewesen war, bevor das Virus kam, nahm Matthias Lilienthal mit, als er ging.

Und dennoch wurde es Sommer, danach. Anders. Gedämpfter. Farbloser. Viel leiser als sonst, in der schönen schwierigen Stadt. Aber der Wille, Gesprächs-, Begegnungs-, Ess- und Feier-Kultur wieder geschehen und aufleben zu lassen, brach sich allenthalben Bahn. An den Telefonen der traditionsreichen Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst, wurde immer häufiger nach Konzerten und Theater-Events gefragt. Erhobenen Hauptes, oft ausgestattet mit ganz besonders flamboyanten, selbstgefertigten Gesichtsverhüllungen, betraten Eure Stamm-Teilnehmer auch wieder den Schalterraum, um persönlich Tickets abzuholen, mit Euch zu sprechen oder um ein Schoko-Präsent durch die Öffnung der neu installierten Trennglasscheibe zu reichen. Man WOLLTE nicht mehr zu Hause allein sein. Man WOLLTE sich sehen. Du selbst wagtest zwei Frühstückscafé-Besuche, zusammen mit FRITZ, einem der charmantesten Grandseigneurs alter Schule aus Eurem Teilnehmer-Kreis. Und es begann: Eine wirklich wunderbare Freundschaft …

Publikum bei der TheaGe-Kulturbühne am Gasteig / Foto: Volker Derlath

Im Event-Management der traditionsreichen Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst, wurde derweil ein Konzertprogramm für eine Serie von Open-Air-Auftritten lokaler Musikkabarettisten, Liedermacher und Sangeskünstler kuratiert. Zusammen mit anderen Konzepten und Initiativen, an denen auch Schausteller, Kunsthandwerker und Gastronomen beteiligt waren, sollte es dem „Sommer in der Stadt“ Leben einhauchen. LUISE, Seele, Herz und verschmitzte Fee all Eurer Eigenveranstaltungen gewann Lokalmatadore wie Michi Dittmayer und Maxi Pongratz, Musiker-Dynastie-Abkömmlinge wie die Nouvelles Cousines und sanfte Rebellen wie Christoph Weiherer für einstündige, frei zugängliche Live-Acts auf der Kuturbühne vom Celibidache-Forum im Gasteig. Immer von Mittwoch bis Samstag, wenn die Abendsonne die Flussufer-Auen zu Füßen des Forums in rötliches Licht tauchte und die Häuserzeilen hinter der Bühne sich scharf vom Himmel abhoben, begannen sie zu singen, zu jodeln, Akkordeon zu spielen und die Menschen zum Tanzen zu bringen ...

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