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Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

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Historie der Theatergemeinde München

In der Spielzeit 2018/19 feiert die Theatergemeinde München ihr 100-jähriges Jubiläum. Bei unserem aktuellen historischen Abriss nehmen wir zum ersten Mal überhaupt die Zeit vor dem 2. Weltkrieg in den Blick. Dabei ist besonders die Unterstützung von Daniela Maier hervorzuheben, die an einer Doktorarbeit zur Geschichte der Theatergemeinde vor 1933 schreibt. Auch sind wir Dr. Josef Kurz dankbar, der durch seine Chronik wesentlich dazu beigetragen hat, die Jahre von 1947–1997 zu dokumentieren. Wir wünschen eine interessante Lektüre. 

Die Gründungsjahre der Theatergemeinde

1919 – das Gründungsjahr der späteren Theatergemeinde München – war geprägt vom Umsturz bestehender Machtverhältnisse und der Weimarer Republik. Das konservativ-christliche Milieu der bayerischen Landeshauptstadt sah die revolutionären Bestrebungen und die veränderten politischen Verhältnisse mit Sorge. Einer von ihnen war der Reiseunternehmer Ludwig Siemer. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete er – als Gegenbewegung zur sozialistisch ausgerichteten Volksbühnenbewegung – den „Volksbund für Kunst und Theater“. Dieser sollte die Teilnahme an Kunst- und Theaterveranstaltungen für die bürgerliche Bevölkerung organisieren und so die Förderung christlicher Lebensauffassung im Sinne volkstümlicher Kultur betreiben. Erklärtes Ziel war es, eine traditionsbewusste Gesinnungs- und Wertegemeinschaft aufzubauen. Damit stand die Münchner Bewegung im Kontext einer größeren landesweiten kontrarevolutionären Strömung, die zur selben Zeit auch in anderen deutschen Städten Theatergemeinden entstehen ließ.
Im Leohaus, der Zentrale des katholischen Arbeitervereins, fand am 25. November 1919 die offizielle Gründung des Volksbundes und später auch die Gründungsfeier statt. Der „Volksbund für Kunst und Theater“ betrieb in den ersten Jahren viel Werbung: Überall in und um München wurden Handzettel verteilt und das gesamte zur Verfügung stehende Netzwerk der Gründer genutzt, um den Verein in München bekannt zu machen, was mit Erfolg gelang: Schon im zweiten Geschäftsjahr zählte der „Volksbund“ 13.000 Mitglieder.
1 Mark betrug die Aufnahmegebühr, 3 Mark war der Monatsbeitrag. Dafür erhielten die Teilnehmer die Garantie auf 12 Freikarten für staatliche oder städtische Theater, außerdem kostenlosen Zugang zu Eigenveranstaltungen des Volksbundes sowie den Bezug der monatlichen Mitteilungen.
In den Jahren 1923/24 etablierte sich der Verein zunehmend und benannte sich in „Theatergemeinde München“ um. Ein Höhepunkt für die Münchner Besucherorganisation, die inzwischen 25.000 Teilnehmer hatte, war 1929 die Feier zum 10-jährigen Bestehen. Doch bereits 1931/32 wurde es für den Verein schwieriger, da in Folge der Wirtschaftskrise viele Teilnehmer aus der Theatergemeinde austraten. Benefizaktionen für Erwerbslose und große Werbeaktionen sorgten zwar für Popularität, doch verhinderte diese nicht  das Ende der Eigenständigkeit: 1933, kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurde die Theatergemeinde München genauso wie die Münchner Volksbühne zwangsweise mit der Kampfbundbühne zur NS- Organisation „Deutsche Bühne“ zusammengeführt.

Nachkriegszeit

Nach dem 2. Weltkrieg lag München in Trümmern – doch die Menschen atmeten auf. Schon kurz nach Kriegsende fanden in vereinzelten Theatern wieder Aufführungen statt, der Hunger der Bevölkerung nach kulturellen Veranstaltungen war groß. Ludwig Siemer strebte nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft die Wiedergründung der Theatergemeinde an und sprach sich dabei in einem Plädoyer vor dem Stadtrat für eine Zusammenführung von Theatergemeinde und Volksbühne aus, die dann jedoch nicht zustande kam. Nach seinem Tod 1946 nahm seine Tochter Charlotte Siemer die Verhandlungen mit christlichen Verbänden auf. 
Am 3. Juni 1947 wurde die Theatergemeinde mit Jakob Baumann an der Spitze wiedergegründet. Jakob Baumann war in der Stadt für sein fröhliches und zupackendes Wesen und seine Affinität zu Musik und Theater bekannt. Er, ein „Nicht-Studierter“, von Beruf Kohlenhändler, unterhielt ein breites Netzwerk zu Künstlern und Politikern, was ihn für das Vorstandsamt empfahl. 
Die ersten Jahre zeichneten sich durch eine kontinuierlich steigende Teilnehmerzahl aus, von 1949 an kamen erste Außenstellen im Umland von München dazu. 1952 kaufte der Verein das Haus Ecke Goethe-/Landwehrstraße und baute es für die Zwecke eines Informations- und Kartenbüros um. In diesem Jahr hatte die Theatergemeinde bereits neun Mitarbeiter, 1955 waren es schon 20. Am Aufschwung hatten Josef Selk und Josefine Schindler, die von 1948 bis 1991 die Geschäftsstelle leiteten, großen Anteil.
Regelmäßig wurden ganze Opern-Vorstellungen für das eigene Publikum gekauft, wie beispielsweise die Vorstellung „Hänsel und Gretel“ jedes Jahr vor Weihnachten. Aus der Theatergemeinde gingen bald die „Freunde des Nationaltheaters“ hervor, die als „Schwesterorganisation“ für den Wiederaufbau des zerstörten Opernhauses sammelten und damit wesentlich zur Wiedereröffnung 1963 beitrugen. 

Die „Goldenen Jahre“ der Theatergemeinde

Die Jahre 1960 bis 1977 waren geprägt von einem stetigen Zustrom an Teilnehmern und umfassenden eigenen Aktivitäten, die von Jakob Baumann angestoßen und oft auch moderiert wurden.
Die „Kulissenzauber“-Faschingsbälle der Theatergemeinde im Deutschen Theater hatten neben freiem Tanz immer auch Auftritte von Tänzern, Sängern und Schauspielern der großen Münchner Theater im Programm. Sie waren Treff- und Feierpunkt der Münchner Kulturszene und des Publikums gleichermaßen und machten einen lebendigen Gedankenaustausch von Künstlern, Politikern, Teilnehmern und Mitgliedern möglich. 
In den Jahren 1960-1977 gab es jedes Jahr eine eigene Sommerinszenierung im Deutschen Theater, bei der die Theatergemeinde als Produzent und Veranstalter agierte. Diese Aufführungen mit bekannten Schauspielern wie Maximilian Schell oder Gert Fröbe in den Titelrollen waren ein Publikumsmagnet, so dass Baumann bald als „heimlicher Intendant“ bezeichnet wurde. „Kabale und Liebe“, „Romeo und Julia“, „Der Lügner“ oder Kleists „Der zerbrochene Krug“ sind nur einige Beispiele für die Auswahl. 

1980 – 2010

Anfang der 1980er Jahre gehörten der Theatergemeinde rund 60.000 Teilnehmer an. Doch der stetige Erfolg verstellte auch den Blick auf rechtzeitige Innovationen. Dr. Josef Kurz analysiert in der Chronik der Theatergemeinde die Problematik hinsichtlich der Altersstruktur des Vereins und der wachsenden Bedeutung der EDV und des Internets.
1990 war schließlich ein Wendejahr für die Theatergemeinde: Jakob Baumann gab nach 43 Jahren den Vorsitz ab an den bekannten ehemaligen Münchner Bürgermeister, Dr. Winfried Zehetmeier, der für 16 Jahre das Amt behielt. 1996 übernahm die langjährige Mitarbeiterin Brigitte Konrad die Geschäftsstellenleitung bis 2012. 

Theatergemeinde Heute

Von 2011 bis 2018 führte Sibylle Steinkohl als Vorsitzende gemeinsam mit Dr. Ariane von Seefranz und Michael Stemmer die Theatergemeinde. Ende 2018 übernahmen Richard Quaas , langjähriger Stadtrat, Kulturpolitiker und früherer Leiter des Infopoint Museen & Schlösser in Bayern, Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung und Jennifer Becker, Pressesprecherin im Kulturreferat der Landeshauptstadt München, den Vereinsvorsitz.  Als Geschäftsführer ist seit 2013 der Kulturjournalist Michael Grill im Amt.
Einmal mehr geht es darum, nicht nur den Ist-Zustand zu verwalten, sondern die Zukunft der Publikumsorganisation zu gestalten.
Ein neues Logo, die Erweiterung des Namens in „TheaGe – Karten- und Kulturservice“ sowie Neuerungen beim Aufrufsystem sollen den Auftritt moderner und den Service flexibler machen. Von 2013 bis 2017 übernahm die Münchner TheaGe auch den Vorsitz des reformierten „Bundes der Theatergemeinden“, der Dachorganisation aller 23 Theatergemeinden. Hier gelang es, die Bedeutung der Theatergemeinden und der Publikumsorganisationen generell wieder stärker ins Bewusstsein der deutschen Kulturpolitik zu rufen. 
Die Theatergemeinde heute legt besonderen Wert darauf, auch schon die Jüngsten an kulturelle Veranstaltungen heranzuführen. Seit 2007 gibt es die Familienabos, zu deren zehnjährigem Jubiläum 2017 mit der Eigenproduktion des Kindermitmachkonzerts „Sofie mit dem großen Horn“ ein besonderer Erfolg gelang. Auch neuere Programme, wie die Kooperation mit der Münchner Volkshochschule, stehen für eine Öffnung der gemeinnützigen Arbeit der Theatergemeinde hin zu allen Bürgern der Stadt. 
Der neue Vorstand möchte nun besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der Digitalisierung im Ticketverkauf richten, um die Stellung der Theatergemeinde als gemeinnütziger und nichtkommerzieller Bildungsträger weiter zu festigen.

Nationaltheater nach dem 2. Weltkrieg - Foto: Archiv Theatergemeinde

Das Haus der Theatergemeinde an der Goethe-/Ecke Landwehrstraße um 1952 / Foto: Archiv Theatergemeinde

"Vater der Theatergemeinde" Jakob Baumann (ganz links) im Gespräch im Prinzregententheater / Foto: Archiv Theatergemeinde

Schalterhalle der Theatergemeinde um 1952 / Foto: Archiv Theatergemeinde

Wiederaufbau des Nationaltheaters / Foto: Archiv Theatergemeinde

Aufführung "Hänsel und Gretel" in der Staatsoper / Foto: Archiv Theatergemeinde

Maskenpolonaise 1964 / Foto: Archiv Theatergemeinde

Aufführung beim Faschingsball 1969 / Foto: Archiv Theatergemeinde

Eingang zur Schalterhalle der Theateregemeinde um 1990 / Foto. Volker Derlath

Michael Stemmer, Sibylle Steinkohl, Dr. Ariane von Seefranz / Foto: privat

Bernd Schreiber, Richard Quaas und Jennifer Becker / Foto: TheaGe München

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