Theatergemeinde
München

Münchner Kammerspiele

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Effingers / Foto:  Armin Smailovic

Bayerische Suffragetten

Dienstag, 15. März 2022, 20 Uhr

Schauspiel von Jessica Glause und Ensemble
Inszenierung: Jessica Glause

Bravo! Die bayerischen Frauen haben's drauf. Schon vor 130 Jahren haben einige von ihnen (ebenso wie anderswo) Schneid, Leidenschaft und Tatkraft mobilisiert und gekämpft, bei vollem Risiko. Für Bildung und gleiche Rechte, für ein selbstbestimmtes Leben. Die Kammerspiele haben daraus ein mitreißend schwungvolles Fest der Emanzipation gemacht, voller Farbe, Witz und Temperament. Ein buntes und diverses Ensemble aus neun Frauen und einem Mann strahlt in glanzweißem Haar und poppigen Kostümen. Sie singen und rezitieren agitatorische Rapper-Songs und teils originale, oft bestürzende Texte. Die Abgründe und Tiefen des tapferen und erbitterten Kampfs der Frauen gegen die toxische patriarchale Macht werden dabei nicht übertönt, sondern bühnentauglich lebendig gemacht. Das Fotostudio Elvira von Anita Augspurg und Sophia Goudstikker, dort, wo heute die Amerikanische Botschaft steht, war die Keimzelle der Bewegung. Der Drache als Fassadenemblem dient dem Stück mit flexibel zusammengesetzten Rampen als Bühne. Mit den Nazis war es bis nach dem Krieg aus mit der Frauenemanzipation. Ein bewegender, dabei höchst vergnüglicher Abend zu einem wichtigen und ungeschmälert aktuellen Thema: "Schaff dir deine Welt, wie du sie schaffst, so ist sie!" Verdienter Jubel. avs

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Eure Paläste sind leer

Freitag, 18. März 2022, 19 Uhr

Schauspiel von Thomas Köck; Inszenierung: Jan-Christoph Gockel

Welttheater zum Nachdenken, warum wir "nicht aus der Geschichte lernen", nicht "umkehren", allem Wissen zum Trotz. Und das im wunderbar poetischen Sprachfluss des hochgelobten Dramatikers Köck und in der opulenten Bilderflut von Regisseur Gockel mit grandiosen Schauspieler*innen und Musiker*innen und hinreißenden Puppen. Am Anfang spiegeln wir Zuschauende uns in einem bekannten Theater, dem Balkon des Schauspielhauses, längst zur Ruine verkommen. Welch Einfall! Diesen leeren Palast durchwandert immer wieder Teiresias, der/die blinde Seher*in, alles vorhersagend, aber nie eingreifend. "Missa in cantu", Messgesang, heißt der Stück-Untertitel, doch Christentum und Kapitalismus –  riesig leuchtet das gelbe M von McDonalds - bringen keine Erlösung, im Gegenteil. Überall nur noch Gespenster. Vielschichtig! sis

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Effingers

Samstag, 19. März 2022, 19 Uhr
Sonntag, 20. März, 20 Uhr


Schauspiel nach dem Roman von Gabriele Tergit; Inszenierung: Jan Bosse

"Auf das Leben, und seine Schönheit", sagt André Jung am Ende, und das Publikum jubelt dankbar für den Mut machenden Schluss dieser unterhaltsamen deutsch-jüdischen Familiensaga. Vom Gründerzeit-Elan zur Spanischen Grippe folgen wir den Lebenskurven von zwei Familien, vom Auto-begeisterten Technikaufschwung und Wohlstandskalkül (der Firmengründer heiratet in eine jüdische Bankiersfamilie ein) geht es zu Wirtschaftsbankrott, Sozialprotesten und dem Kampf der Frauen um Freiräume, bis hin zum Absturz der Demokratie im Naziregime. Das ist vielschichtiges, kluges und ironisches Erzähltheater. Riesenapplaus. avs

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Heldenplatz

Dienstag, 22. März 2022, 19:30 Uhr
Mittwoch, 23. März 2022, 19 Uhr

Schauspiel von Thomas Bernhard in einer Fassung mit neuen Texten von Falk Richter
Inszenierung: Falk Richter

Wuchtig in Nazi-Rot und Schwarz hängen monströs die Bühnenvorhänge, vorne erinnern Aschehaufen und Schuhberge an den Holocaust. Videos von Hitler-Aufmärschen werden verschnitten mit Szenen von Neo-Nazi-Terror und Hetzjagden. Jubelgeschrei dröhnt. Dazwischen eine Zitat-Collage von Franz Joseph Strauß über Gauland bis Zschäpe, von CSU, NSU, AfD bis Querdenker. Die treffsichere Botschaft des Stücks: Die antifaschistische Parole der bürgerlichen Mitte, das "Nie wieder!" ist längst überholt vom: "Schon wieder! Immer wieder!". Zornig schockierte Zuschauer aus Gips sitzen im Publikum. Bernhards hochpolitischer Provokations-Dreiakter um einen jüdischen Professor, der am Heldenplatz Selbstmord begeht, war der Wiener Theaterskandal von 1988, von Peymann zum Jahrestag des "Anschlusses" an Nazideutschland inszeniert. Falk hat dazu einen Zwischenakt zum heutigen Deutschland geschrieben, eine wütende Abrechnung mit den aktuellen rassistischen und antisemitischen Gegenwartsströmungen, auch in den Medien. Eine aufrüttelnde Mahnung. avs

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Jeeps / Foto: Armin Smailovic

Jeeps

Sonntag, 27. März 2022, 19 Uhr
Dienstag, 29. März 2022, 20 Uhr


Schauspiel von Nora Abdel Maksoud; Inszenierung: Nora Abdel Maksoud

Diese beißende Realsatire übers Erben, über Hartz 4 und eine übermächtige Bürokratie ist treffsicher bis zur Kenntlichkeit. Eine furiose Karacho-Komödie voll sprachwitziger Pointen trotz ernstem Kern. Der sozialkritische Brandsatz - 400 Milliarden werden jährlich vererbt, jedes fünfte Kind ist arm - zündet im kalten Neonlicht eines grünlichen Jobcenters, in dessen Drehtüren die vier hinreißenden Akteure immer wieder genretypisch festklemmen. Alle Erbschaften sind vom Staat konfisziert worden. Per Lotteriezettel kann jeder eine neue losen. Die Reichen, die in der spätkapitalistischen Neiddebatte eben noch ihre Privilegien runter rechneten, paniken jetzt in Verarmungspose. Der zynischen bis durchgedrehten Bürokratie ausgeliefert sind auch die arbeitslosen "Opferwürste", die sich von Billigsemmeln am Leben halten. "Geld ist immer mit Scham besetzt, egal ob man zu wenig hat oder zu viel." Das ist klug, bitterböse und amüsant. Großer Beifall, unbedingt anschauen! avs

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Eine Jugend in Deutschland

Donnerstag, 31. März 2022, 20 Uhr

Schauspiel nach dem Roman von Ernst Toller
Inszenierung: Jan-Christoph Gockel

Alles auf einmal: Filmsequenzen und Live-Videos, Märchen, Komödie, neun Schauspieler und neun wunderbare Puppen (von Michael Pietsch). Das ergibt eine hinreißende und anregende Revue, expressionistisch und politisch, skurril und voller Ernst. Passend zum Dichter und Revolutionär, zum Träumer und Pazifisten Ernst Toller, der nach der Ermordung Kurt Eisners eine führende Rolle in der Räterepublik spielte, die 1918 die Monarchie gestürzt hat, demokratische Rechte einforderte und den Freistaat gründete. In sechs Teilen wirbelt Regisseur Gockel durch das Leben Tollers und seine Zeit, die auch, wie es einmal heißt, "jetzt" sein könnte. Er lässt sich inspirieren von der 1933 erschienenen Romanbiographie "Eine Jugend in Deutschland" und den fast vergessenen Dramen. Schon der Anfang nimmt gefangen: Eine Puppen-Schulklasse wächst auf im Drill der Kaiserzeit und zieht begeistert in den Ersten Weltkrieg. Danach: Abgeschlagene Gliedmaßen und die Hoffnung auf eine bessere Welt, die jedoch rasch zunichte gemacht wird. Ein langer, kurzweiliger und kluger Abend. sis

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