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Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

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Silencio (... cubaboarisch)

Das Heraufdämmern der neuen Zeit, es wurde noch begleitet von festlicher Musik. Händel erklang, in der Allerheiligenhofkirche der Residenz. Mit Teilen aus dem Messias-Oratorium, aus Brockes Passion, vor allem auch aus La Resurrezione. Heilsgewissheit. Zuversicht. Am 10.3. dirigiert von Chad Kelly. Dann aber verwandelte sich das gemeinsame Erleben von Musik, Tanz, Schauspiel und Kunst über Nacht in etwas Gefährliches, etwas Risikobehaftetes, Heikles. In etwas, was ganz plötzlich nicht mehr zu verantworten war. Ein hochtoxisches Tun. Und Kultur selbst wurde zu etwas, was man nicht mehr empfehlen und verkaufen, sondern  nur noch stornieren und retournieren konnte. Abgeschafft. Sinnlos geworden. So fühlte sich Vieles an, in diesen Tagen. Was Dich, Deine Kolleginnen, die gesamte traditionsreiche Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst erfüllt, getragen und beseelt hatte, es war verloren gegangen. Und niemand, wirklich niemand konnte sagen, ob Ihr es zurückbekommen würdet.

Der Schock saß tief. Zwar fielen die Vögel nicht sterbend vom Himmel. Es prangten nicht zeitgleich drei Monde am Firmament. Keine Elmsfeuerchen, in Fachkreisen CORONA-ENTLADUNG genannt, flackerten auf Telegrafenmasten oder traten aus Fingerspitzen hervor. Nichts tauchte die Straßen der schönen, schwierigen Stadt in tiefblaues Licht. Und auch die Prelude von Wagners „Tristan“ wurde nicht in den Lüften gespielt, während Nordlichter über den Nachthimmel trieben und ein Araberhengst tödlich verwundet zusammenbrach. Das Tagesgeschäft in den Räumen der Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst, wurde aufrechterhalten so gut es ging. Ihr führtet Telefonate. Last Emails. Glicht Listen ab. Jeden Tag, so lange es möglich und notwendig war. Ohne Mittagspause im afghanischen Restaurant nebenan. Ohne das zarte Klimpern des Klangspiels am inneren Griff der Kundeneingangstür. Die ja nun streng verschlossen zu bleiben hatte. Vorbeiflug von Melancholia? Oder doch Kollision? Ihr wusstet es nicht.

TheaGe-Jubiläumskonzert 2019 mit Klassik twoWell im Herkulessaal / Foto: Volker Derlath

Antares hatte sich jedenfalls verfinstert. Der Stern, der zuletzt hell geleuchtet hatte über der traditionsreichen Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst, er war nicht mehr zu sehen. Und all die fröhlichen Feste, die Ihr im Vorjahr zum hundertjährigen Bestehen Eurer Institution und Eures Vereins zusammen mit dem Kreis Eurer Freunde, Förderer und Teilnehmer gefeiert hattet, die schien Antares mit sich genommen zu haben. Den Jubiläums-Tanzboden im Hofbräuhaus, Mai 2019. Mit grosser Eröffnungspolonaise in Achterreihe, zur fetzigen Musik der jungen Waldramer, souverän geleitet von Tanzmeister Heini Zapf. Natürlich im Gwand! Das alljährliche Faschingskonzert im Prinzregententheater. Umjubelter Schlusspunkt der cubaboarischen Abschiedstournee. Mit anschliessendem Sektempfang und Ausstellungseröffnung im Gartensaal. Die Ballettsoiree am Nationaltheater. Wochen zuvor: „Gruaberin“ Monika Gruber, „Reverend“ Andreas Reber, und das ungemein feinsinnig musiziernde Hänschelquartett. All das. Perdu.

Was blieb, was Euch half, was Euch trug, als Kulturerleben in seiner bis März 2020 geläufigen Form von der Erde verschwand, war der Zusammenhalt mit Euren Teilnehmer*innen. In zahllosen Telefonaten konntet Ihr spüren, dass die Menschen, die mit Euch gefeiert und getanzt hatten, auch in der Zeit der Einsamkeit und Stille mit Euch verbunden bleiben wollten. Wie man Euch helfen könnte. Ob es Euch gut geht. Ob man Euch helfen kann, notleidenden Künstlern zu helfen. Das waren die stets wieder gestellten Fragen. „Bleiben Sie uns treu“, gabst Du zur Antwort. „Ganz bestimmt!“ kam es zurück. Andere erklärten unter Tränen, wie sehr sie sich nach einem Konzert- oder Theatererlebnis sehnten, erzählten, wie viel der alljährliche Besuch einer ganz bestimmten Veranstaltung ihnen bedeute und bestellten Tickets wider des Wissens, dass man sie höhstwahrscheinlich würde rückabwickeln müssen. Dass Ihr mit Eurem Kulturservice am inneren Lebensscript vieler Menschen mitschriebt. Das zeigte sich im Frühjahr 2020.

Und dass Eure Institution das Wort „Gemeinde“ zurecht in ihrem Namen führt. Denn während in den Erdgeschossräumen der traditionsreichen Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst, der Stillstand des Kartenverkaufs verwaltet wurde, arbeitete man im darüberliegenden Stockwerk fieberhaft an Perspektiven. An Überlebensstrategien. Schlicht: an der Bewältigung einer Krise, die in vergleichbarem Ausmaß im hundertjährigen Bestehen der Institution nie vorgekommen war. Ein ums andere Mal erstellten die zuständigen Kolleginnen ein Monatsprogramm für Eure Teilnehmer*innen, in dem das Nicht-Stattfinden von Events ansprechend, sinnfällig und hoffen machend präsentiert wurde. Unerschrocken. Stets auf Lebenszeichen hinter den verschlossenen Türen der Theaterhäuser harrend. Irgendwann im Mai 2020 erscholl dann ein Weckruf aus bayerischem Mund. „I wui spuin!“ entrang sich dem Intendanten des Volkstheaters vor Presse und Journalisten. „I wui spuin!“ Da wusstest, ahntest, hofftest Du: Melancholia war vorbeigeflogen. 

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