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Strizzis, Hundlings, Stückls …

Ja, man musste ein Kontaktformular ausfüllen, bevor man das Event-Forum am Gasteig betreten durfte. Ja, man musste Distanz halten zu allen anderen. Und, ja, man musste die ganze Zeit über gesichtsverhüllt sein, wenn man dabei sein wollte, beim Konzertsommer der traditionsreichen Kultureinrichtung, für die Du arbeitest und schreibst. Dann aber konnte man sie erleben, die ganze Bandbreite des landestypischen Musikvermögens, gepaart mit Hintersinn, Lausbuben- und Lausmädchen-Charme, Frechheit, Frivolität und Freiheitsdrang, wie sie eben nur in der schönen, schwierigen Stadt und deren Umland gedeihen können. Auf einem von daheim mitgebrachten Sitzkissen, an einen Lichtpfosten gelehnt oder in den Arm des besten Freundes gekuschelt saß man auf dem sonnenwarmen Asphalt. Man lauschte Gitarren-, Harfen-, Akkordeonklängen, tanzte barfuß im Dirndl, und ließ sich von den schrägen Charmeuren um Leo Meixner oder den unbeschreiblich-weiblichen Frontfrauen der NouWells Cousines ein bayerisch-exotisches Paralleluniversum entführen.

Gemeinsam mit den Künstlern träumte man sich in eine Welt, in der es ein Virus mit der Krone nie gegeben hatte und niemals geben würde. Ein bajuwarisches Nirvana, in dem das Dieseits und das Jenseits des Weißwurstäquators zum Schönsten, Lustigsten und Besten verschmolzen, was an Lebensbejahung und Überlebenswillen aus vielen Kulturen der Erde zusammengetragen werden konnte. Weltmusik at its best! Man teilte jedoch auch die Empörung der Sänger über den Freiheitsentzug, der ihnen im Gefolge des Virus mit der Krone aufgebürdet worden war, ihr Aufbegehren dagegen, VERBOTEN zu sein, ihren Galgenhumor, ihre Hilflosigkeit, ihre Wut. Es brach Manches sich Bahn, an diesen traurig-schönen Abenden im Celibidache-Forum. Wenn Rudi Zapf sein Teufelshackbrett mit spanischen Rythmen zu Höchstleistungen trieb. Wenn die Strizzis von Hundling besonders lässig „Ois Chicago“ intonierten. Und LUISE, die all das herbeigezaubert hatte, schmal und dunkel, mit verschränkten Armen im Hintergrund stand und lächelte …

Im Innenhofgarten des Münchner Volkstheaters / Foto: Dr. Stephan Kellner

An den wenigen Abenden, die Du nicht vor der Konzertbühne am Gasteig verbrachtest, zog es Dich zum Volkstheater, dessen Intendant dem Virus mit der Krone ein Sommertheaterprogramm abgetrotzt hatte. Sinnfällige, auf wenige Details reduzierte Inszenierungen von maximal 90 Minuten Dauer. Coole, vor Spielfreude brennende Thespis-Jünger. Erwartungsfrohe Theater-Afficionados an bunten Tischchen im Innenhofgarten oder im lückenhaft bestuhlten Zuschauerraum. Allenthalben vom Willen beseelt, Bühnenzauber trotz allem, endlich wieder geschehen zu lassen. In diesem Setting erlebtest Du, wie in der Eröffnungsinszenierung von George Taboris „Goldberg-Variationen“ das Virus an die Wand gespielt wurde. Haus-Chef Christian Stückl hatte mit der Figur des durchgeknallten, ketterauchenden Theaterregisseurs Mr. Jay ein grell überzeichnetes Double seiner selbst auf die Bühne gestellt. Und mit der Kreuzigungsszene im Schlussteil mehr als nur einen Hauch von Oberammergau und von Passion heraufbeschworen.

Und all dies so bunt, so rücksichtslos, so unverschämt blasphemisch, dass jeder Gedanke an Theater, wie es früher mal gewesen war, verblasste. Und all die Fährnisse des Alltags auch. Dem Weltuntergang singend, tanzend und chattend die Stirn bieten? In einer prominenten Leih-Identität verschwinden? Die Brüchigkeit von Freddie Mercury, Frida Kahlo oder Dolly Parton leben? Das eigene gefährdete Ich in einer digitalen Schwarm-Hysterie auflösen, bevor es unwiederruflich zerbricht? Oder sich gleich wie ein gehetztes Tier, ein paranoides, egomanisches Superhirn, ein verletzliches Etwas in einem labyrinthischen BAU verkriechen? Eine Festungsanlage errichten, auf Patrouillengänge schleichen, von Aussichtstürmen spähen, verdächtigen Geräuschen nachhorchen? In steter Sorge? Immer auf der Hut? All diese Optionen wurden im Volksthater ausgelotet, während der Sommermonate 2020. Mit Hilfe der Isolations- und Außenseitertexte von Franz Kafka. George Tabori. Und Laura Naumann. Einfach brilliant. Chapeau!!!!

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