TheaGe München Theater und Kultur in München - Anmelden und dabei sein
Theater und Kultur in München - Anmelden und dabei sein

Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

Theatergemeinde München

Kulturvielfalt zum ermäßigten Preis

Theaterkritiken Spielzeit 2020/21

Premieren im Oktober 2021

Münchner Volkstheater

Gymnasium. Eine Highschool-Oper (UA)

Musical von Bonn Park und Ben Roessler
Inszenierung: Bonn Park
Premiere am 17. Oktober 2021
Bühne 1
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Termine & Tickets

Gymnasium / Foto: Arno Declair

Es muss um die zwischenmenschlichen Beziehungen schlecht bestellt sein, wenn ausgerechnet ein Vulkan zum besten Freund wird. Hoch ragt der Rauch und Konfetti ausspuckende Berg in die Höhe der Hauptbühne im neuen Volkstheater (das ja über einen beachtlichen Bühnenturm verfügt). Eine Wissenschaftlerin (Lioba Kippe) werkelt liebevoll an ihm herum, während unten das bunte Schulleben tobt. In dem als „Highschool-Oper“ bezeichneten Stück „Gymnasium“ nehmen sich Regisseur Bonn Park und Komponist Ben Roessler die heikle Zeit der Jugend vor, mit den üblichen Typen: vom Athleten (Lukas Darnstädt) über den Nerd (Max Poerting) bis hin zum Mauerblümchen (Henriette Nagel). Die Ausstattung ist prächtig, die Geschichte witzig-morbide, die Musik klasse. Unten im Orchestergraben spielen die Akademist*innen der Münchner Philharmoniker, auf der Bühne unterstützt der Bayerische Landesjugendchor die singenden Darsteller. So ein Musical zwischen Kitsch und Parodie, Pop-Zitat und Kritik an der postfaktischen Welt hat man im Volkstheater noch nicht gesehen. Stark kultverdächtig… mst

Münchner Volkstheater

Unser Fleisch, unser Blut (UA)

Schauspiel von Jessica Glause; Inszenierung: Jessica Glause
Premiere am 16. Oktober 2021
Bühne 2
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Termine & Tickets

Trailer

Unser Fleisch, unser Blut / Foto: Arno Dclair

Wenn schon, denn schon: Dass das neue Volkstheater mitten im Schlachthofviertel steht, hat Jessica Glause sich als Steilvorlage genommen, um gemeinsam mit fünf Ensemblemitgliedern über das Züchten, Schlachten und Verzehren von Tieren nachzudenken. Dafür hat Glause mit diversen Menschen aus der Fleischproduktion gesprochen und aus dem Interviewmaterial einen Text gebastelt, den man nun in „Unser Fleisch, unser Blut“ aus dem Munde der Darsteller hören darf. Als Tiere kostümiert erscheinen sie auf der herrlich weitschweifigen Bühne 2 des Volkstheaters und wechseln fließend in die Rollen von Metzger (Jakob Immervoll), Bäuerin (Maral Keshavarz und Anne Stein), Koch (Jonathan Müller) und Veterinärin (Mara Widmann). Gefühle der Traumatisierung und Existenzängste kommen zur Sprache; gleichzeitig kommt einem das Leiden der Tiere nahe. Moralinsauer ist der Abend aber nicht, sondern erweist sich als unterhaltsame Revue mit originellen Einfällen und gewitzten Songs, die Live-Musiker Joe Masi gemeinsam mit dem Ensemble performt. Schmackhaft, klug, tierisch gut. mst
 

Münchner Volkstheater

Edward II.

Schauspiel von Christopher Marlowe
Inszenierung: Christian Stückl
Premiere am 15. Oktober 2021
Bühne 1
Dauer: 2 Stunden, keine Pause

Termine & Tickets

Edward II. / Foto: Arno Declair

Es ist vollbracht! Der Neubau des Volkstheaters ist eröffnet und damit die erste Saison in der neuen Spielstätte im Schlachthofviertel. Der Theaterbesuch lohnt allein schon, um den prächtigen Klinkerbau und die einladende Innenarchitektur zu bewundern. Und ja, gespielt wird natürlich auch und zwar mit voller Kraft und Leidenschaft. Hausherr Christian Stückl selbst hat sich „Edward II.“ von Shakespeare-Zeitgenosse Christopher Marlowe zum Einstieg vorgenommen: Im grell-pinken Ambiente (Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier) dreht sich alles um König Edward (Jan Meeno Jürgens), der mit seinem Geliebten Gaveston (Alexandros Koutsoulis) das Leben zu Hofe genießen will. Die Geistlichkeit und der Adel haben aber etwas gegen diese Liaison. So entwickelt sich zu der atmosphärischen Musik von Markus und Micha Acher (The Notwist) ein Drama, das Stückl unter rotierendem Einsatz der – im neuen Theaterraum nun möglichen – Drehbühne inszeniert, als starkes Plädoyer gegen Homophobie und für die Gleichberechtigung aller Formen der Liebe. Tolles Theater im wunderschönen Hauptsaal! mst

Gärtnerplatztheater

„Amors Fest – Ein Barockspektakel“

Ballettoper mit Gesang und Tanz
zusammengestellt und bearbeitet von Howard Arman
Musik von André Campra, Matthew Locke, Claudio Monteverdi und Sebastián Durón
Premiere am 14. Oktober 2021
Dauer: 2 Stunden 20 Minuten, eine Pause 

Termine & Tickets

Amors Fest / Foto: Marie-Laure Briane

„Ein musikalisch überragender Abend“ (SZ) – darin sind sich alle Kritiker (und das Publikum) über das barocke Opernpasticcio einig. Wieder einmal beweist das Gärtnerplatztheater seine bewundernswerte Bandbreite und Originalität – diesmal getragen von dem musikalischen Arrangeur und Dirigenten Howard Arman, der mit vier ausgewählten Barockkomponisten aus vier Ländern den Lauf der Jahreszeiten gestaltet. Großartig fügen sich Chor und die brillanten Solisten in die musikalische Welt des Barock. Die tragende Idee des Regisseurs und Choreographen (K. A. Schreiner) ist dabei die Liebe – daher der Titel -, manchmal im Wettstreit mit dem Tod. Auch das Fest mit Gelage, Tanz und Zweisamkeiten kommt nicht zu kurz: der Sommer ist mit schwungvollen spanischen Klängen von Durón der krönende Abschluss. Bühnenbild, Kostüme, Lichtgestaltung und Schreiners Choreographie illustrieren den wenig bedeutenden Handlungsfaden (bitte im Programmheft nachlesen!), sind aber durch Farbgebung und wunderschöne Tableaus eine trefflich Ergänzung zum musikalischen Fest.  s.l. 
 

Münchner Kammerspiele

Like Lovers do (Memoiren der Medusa)

Schauspiel von Sivan Ben Yishai
Inszenierung: Pinar Karabulut
Premiere am 9. Oktober 2021
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Termine & Tickets

Like Lovers Do (Memoiren der Medusa) / Foto: Krafft Anger

Sie sind kulturell sturmfest und experimentierfreudig? Voilà, hier ist eine drastische, knallbunte Performance aus schonungsloser Geschlechterrollen-Groteske, Trash, Splatter und Tarantino-Anspielungen. Fünf großartige Schauspieler*innen mit Platinmähne und Popkostümen rappen ein Panorama sexueller (Schand-)Taten und schriller Phantasien von Porno bis Missbrauch - zum Glück nur als Textfläche. Eine musikalische Schau von Liebe, Träumen und Traumata quer durch Epochen und Kulturen, untermalt von roboterhaftem Tanz. Titelgebender Aufhänger ist der altgriechische Mythos von Medusa, die - typisches Opferparadoxon - dafür bestraft wurde, dass Poseidon sie im Athene-Tempel vergewaltigte. Demontiert werden unter Pinar Karabuluts rasanter Regie in beeindruckend kraftvollen Szenen Barbie-Träume und misogyner Sexismus samt Sugar-Daddy, versetzt mit der Optik von Startreck-Aliens und Superhelden-Comic. Am Ende entschwebt alles mit einem achtarmigen Coronarvirus in den Bühnenhimmel. Es spielen und singen Gro Swantje Kohlhof, Jelena Kuljic, Wiebke Puls und andere. Zu Recht viel Beifall, vor allem vom jüngeren Publikum.   avs
 

Premieren im September 2021

Residenztheater

Die Träume der Abwesenden

Schauspiel nach der Trilogie von Judith Herzberg
Inszenierung: Stephan Kimmig
Premiere am 26. September 2021

Termine & Tickets

Die Träume der Abwesenden / Foto: Sandra Then

Am Anfang herrscht Tohuwabohu: Alle sitzen um den dahin dämmernden Simon im Rollstuhl, streiten, rufen dazwischen, machen sich Vorwürfe – Verwandtentreffen eben. So verwirrend und so schlüssig beginnt der wunderbare Theaterabend über drei Generationen einer jüdischen Familie in den Jahren 1972 bis 2000, eine Trilogie der heute 87-jährigen Schriftstellerin Judith Herzberg, die selber den Holocaust bei einer Pflegefamilie überlebt hat. Sie lieben und betrügen sich, lassen sich scheiden, werden reich, bekommen Kinder und sterben: das ganze Leben – ein Leben aber, das stets von der Shoah geprägt bleibt. Zur fragilen Ada (hinreißend: Barbara Horvath), KZ-Überlebende wie ihr Mann Simon, kehren immer wieder Erinnerungen zurück, ihre Tochter Leah sucht in der dritten Ehe mit Nico ihr Glück, die Teenager-Kids hadern mit den Eltern … Mit grandiosen Schauspielern erschafft Kimmig das vielstimmige Porträt einer jüdischen Familie in unserer Zeit, beleuchtet wie von einem Planetensystem, musikalisch begleitet und moderiert von einer Art Zauberer. Bewegend und beglückend! sis

Münchner Kammerspiele

Los Años / Die Jahre (UA)

Schauspiel von Mariano Pensotti / Grupo Marea
Premiere am 24. September 2021
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Los Años/ Die Jahre / Foto: Isabel Machado Rios/ Ruhrtriennale2021

Ein raffiniertes Spiel mit der Zeit und was sie mit den Menschen anstellt, bringt die argentinische Gruppe Marea in zwei fast identischen zweistöckigen Häusern auf die Bühne. Im rechten herrscht die „Gegenwart“, das Jahr 2050, in dem die Leute Fleisch statt Gemüse essen, Stierkämpfe lieben und Facebook Retro ist. Im anderen treffen sich 2020 der Dokumentarfilmer Manuel, seine schwangere Frau und ein Freundespärchen. Nachdem Manuel zufällig den elternlosen Jungen Raúl getroffen hat, verfolgt er dessen Kampf ums Überleben mit der Kamera – und mit wachsender Empathie. Der Film wird ein Erfolg, doch die Beziehungen zerbrechen und Manuel verliert das Kind aus den Augen. 30 Jahre später, zurück in Buenos Aires, will er das Verhältnis zur Tochter Teodora verbessern und Raúl wiederfinden. In raschem Wechsel zwischen den Häusern und Zeitebenen vermitteln die spanisch sprechenden Akteure (deutsch in großen Lettern an den Häusern) den Eindruck: Nichts wird besser, kaum etwas verändert sich. Das kommt lebhaft und locker und gar nicht so pessimistisch rüber.  sis

Residenztheater

Unsere Zeit (UA)

Schauspiel von Simon Stone frei nach Motiven von Ödön von Horváth
Inszenierung: Simon Stone
Premiere am 19. September 2021
Dauer: 5 Stunden 45 Minuten, 2 Pausen

Termine & Tickets

Unsere Zeit / Foto: Birgit Hupfeld
Das Neueste aus der Theaterknüller-Werkstatt von Simon Stone („Drei Schwestern“, „Hotel Strindberg“) ist ein rasantes, sprachintensives Panoptikum der psychosozial und ökonomisch prekären Lebenslagen von 16 glücksuchenden und strandenden Figuren. Ob es die Studentin mit lukrativem Nutten-Job ist, ob der koksende Fußballmanager oder der geflohene irakische Juraprofessor, ob der korrupte Polizist und Nebenerwerbs-Zuhälter oder die schwarze Friseuse, die ihre Niere verkauft für ihren Laden: Migrationstrauma und Gewalt, Beziehungsdebakel und harter Arbeitsdruck, sexistischer und rassistischer Übergriff, Schicksalsschlag oder persönliche Schuld stürzen sie aus der Bahn. Im gläsernen Transitraum einer grandios echten Tankstelle bilden sich immer neue Verpaarungen des Scheiterns, bis zum finalen Showdown. Horváths sozialkritische Motive sind ins spätkapitalistische Heute ab 2015 (Flüchtlingskrise) transferiert, die analytischen Muster der sozialen Verwerfungen formulieren die Figuren immer wieder monologisch aus. Ein funkelnd intelligenter und aufregender, wenn auch teils plakativer Theaterabend im XXL-Format zum Saisonstart. Eine „Feier der Bühnenkunst“ (SZ). Langer, begeisterter Applaus.  avs

Münchner Kammerspiele

Effingers (UA)

Schauspiel nach dem Roman von Gabriele Tergit
Inszenierung: Jan Bosse
Premiere am 18. September 2021 
Dauer: 3 Stunden 45 Minuten, eine Pause

Termine & Tickets

Effingers / Foto: Armin Smailovic

„Auf das Leben, und seine Schönheit“, sagt André Jung am Ende, und das Publikum jubelt dankbar für den Mut machenden Schluss dieser unterhaltsamen deutsch-jüdischen Familiensaga, die bei aller historischen Brisanz mit feinsinnigen Charakteren, zurückhaltender Dramatik und erfrischend schräger Komik mit Kabarett-Appeal trumpft. Vom Gründerzeit-Elan zur Spanischen Grippe folgen wir den Lebenskurven von zwei Familien, vom Auto-begeisterten Technikaufschwung und Wohlstandskalkül (der Firmengründer heiratet in eine jüdische Bankiersfamilie ein) geht es zu Wirtschaftsbankrott, Sozialprotesten und dem Kampf der Frauen um Freiräume, bis hin zum Absturz der Demokratie im Naziregime. Das ist vielschichtiges, kluges und ironisches Erzähltheater nach dem wiederentdeckten Roman der Gerichtsreporterin Gabriele Tergit um Glück und Schmerz, Leichtsinn, Erfolg und Scheitern und die Fragilität der Demokratie. Die große Spielzeiteröffnung der Kammerspiele mit einem wunderbaren Ensemble in tollen Kostümen. Riesenapplaus.  avs

Facebookseite der TheaGe TheaGe bei Twitter Instagram - TheaGe München YouTube - TheaGe München Wikipedia-Artikel über die Theatergemeinde München RSS Feed der TheaGe München

Unser Angebot Veranstaltungen Kultur-Extras Spielstätten Ihre TheaGe
Ihre Vorteile Suche & Bestellung TheaGe-Extras Deutsches Theater Kontakt
Kulturaufruf Last-Minute Tickets Kulturreisen Gasteig Newsletter
Nachmittags-Abo Oper in München Tagesfahrten Kammerspiele Blog
Konzert-Abos Schauspiel in München Führungen Nationaltheater Formulare für Meldungen
Familien-Abos Konzerte in München TheaGe in der Residenz Prinzregententheater Außenstellen 
Geschenk-Abos Tipps & aktuelle Meldungen 's Münchner Jahr Residenztheater Geschichte
Kultur-Gutschein Monatsprogramm Kino Treff Rio Volkstheater Presse
Anmeldung Stückebeschreibungen Ihr Kultur-Bonus und viele mehr... Partner und Links
Werbeprämie       Bund der Theatergemeinden

 

Unsere Kulturpartner:

Deutsches Theater    Theaterkritiken Spielzeit 2020/21     Theaterkritiken Spielzeit 2020/21      Theaterkritiken Spielzeit 2020/21      Logo Münchner Kammerspiele     Theaterkritiken Spielzeit 2020/21       Theaterkritiken Spielzeit 2020/21    Theaterkritiken Spielzeit 2020/21     Theaterkritiken Spielzeit 2020/21     Logo In Muenchen     Theaterkritiken Spielzeit 2020/21

und viele mehr...


Impressum | AGB | Widerruf  | Datenschutz | Sitemap 

 

Newsletter abonnieren